Umweltschutz bei Kremationsanlagen

Krematorien sind Anlagen mit überaus komplexer Technologie. Ein großes Maß an Betriebssicherheit, geringer Energieeinsatz, hohe Verfügbarkeit und Einhaltung strenger gesetzlicher Emissionsanforderungen sind die wesentlichen Kriterien, die Anlagen zur Feuerbestattung erfüllen müssen.
 
Mit der Umweltschutzgesetzgebung sind auch im Laufe der Zeit immer höhere Anforderungen an den Betrieb von Krematorien gestellt worden. Wurde im ersten Schritt noch mit einfachen Einbauten die Staubbelastung im Rauchgas reduziert, so wurden diese ab Ende der 1980er Jahre mit dem Einbau von Nachbrennkammern sowie Filteranlagen Kohlenmonoxid- und Staubemissionen weiter reduziert. Zu diesem Zeitpunkt existierte noch keine einheitliche Einordnung von Krematorien im Sinne des deutschen Bundesimmissionsschutzgesetzes.
 
Mit der 27. BImSchV. vom 19. März 1997 wurde eine einheitliche Verordnung über Anlagen zur Feuerbestattung verabschiedet. Hierin werden Anforderungen an Feuerungen, Rauchgasanlagen, Emissionsgrenzwerte, kontinuierliche Messungen sowie Einzelmessungen für bestehende und neue Anlagen einheitlich geregelt.
 
Daneben gilt die VDIRichtlinie 3891 Emissionsminderung – Anlagen zur Humankremation. Die Richtlinie beschreibt den derzeitigen Stand der Technik der Kremationsanlagen, die Ursachen für das Auftreten von schädlichen Umwelteinwirkungen, Maßnahmen zum Vermeiden und Mindern von schädlichen Umwelteinwirkungen, sicherheitstechnische Gesichtspunkte und gibt Hinweise und Empfehlungen zur Beschränkung der Emissionen sowie messtechnische Anleitungen zur Ermittlung dieser Emissionswerte. Sie berücksichtigt neben den rein umweltschutztechnischen Anforderungen an Humankremationsanlagen auch Anforderungen an Pietät und Würde, z.B. Vermeidung der Vermischung der Aschen, Beachtung regionaler Traditionen, die bei der Feuerbestattung von Menschen zu beachten sind. Sie ist gleichermaßen Arbeitsmittel für Bauherren und Betreiber, Planer und ausführende Firmen, Hersteller und Bezieher von Särgen bzw. Bestattungszubehör, Aufsichts- und Überwachungsorgane sowie Prüfinstitutionen und Behörden.
 
Sowohl die VDI-Richtlinie 3891, als auch die 27. BImSchV.  sind in Deutschland geltende Richtlinien. Beide haben in Österreich nur dann Gültigkeit, wenn diese von der jeweiligen Bewilligungsbehörde vorgeschrieben werden. Für das Krematorium Wien gelten die bescheidmäßigen Auflagen des Magistrates der Stadt Wien. In diesen bescheidmäßigen Auflagen werden Bestimmungen der VDI 3891 auszugsweise als verbindlich vorgeschrieben, wie z.B. die Verweildauer und – temperatur in der Nachverbrennungskammer. 
 
Die Errichtung sowie die Inbetriebnahme einer Kremationsanlage werden im Zuge eines Behördenverfahrens aufgrund einer Baugenehmigung und einer Betriebsbewilligung erteilt. Dabei werden unter anderem auch die zulässigen Emissionsobergrenzen an Schadstoffen, die bei jeder Art von Verbrennung auftreten, vorgeschrieben. Ebenso werden die ständigen als auch die periodisch durchzuführenden Emissionsmessungen, vorgeschrieben. Diese Messungen sind auf Verlangen der Behörde jederzeit vorzulegen.
 
Damit das Krematorium Wien den Nachweis über die Einhaltung der Umweltauflagen erbringen kann, werden diese Messungen durch einen unabhängigen, allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen durchgeführt, sowie durch ein zertifiziertes Umweltschutzmanagementsystem gemäß EN ISO 14001:2004 gewährleistet. Bei diesem zertifizierten Umweltschutzmanagementsystem wird das Krematorium Wien einmal jährlich durch einen externen Auditor dahingehend überprüft, ob die notwendigen Umweltauflagen erfüllt wurden.