Aschenaufbereitungsanlage

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Die vollautomatischen Aschenaufbereitungsanlagen sind ausschließlich zur Urnenbefüllung mit Ascheresten in Krematorien bestimmt.Im Krematorium Wien sind 2 Aschenaufbereitungsanlagen verschiedener Bauweise in Verwendung. Anlagen älterer Bauweise sind dadurch gekennzeichnet, dass vom Hersteller der Anlage keine technische Vorrichtung eingebaut wurde, die eine Separierung von Edelmetallrückständen (Zahngold) ermöglicht.

Aschenaufbereitungsanlagen neuerer Bauweise sind meistens so konzipiert, dass nach magnetischen Metallteilen in der linken Schublade
nicht magnetischen Metallteilen in der rechten Schublade und Ascheresten in der Urne getrennt wird.

Vor dem Mahlprozess müssen die Aschereste ausgekühlt sein und es dürfen sich keine größeren, massiven Teile wie z.B. Schrauben, Hüftgelenke etc. in der Asche befinden. Das Mahlwerk beginnt ca. 60 Sekunden lang im Uhrzeigersinn zu drehen, wodurch die mineralisierten Knochenreste zu Asche gemahlen werden, diese gelangen dann über ein Sieb in die Urne. Während dieses Mahlprozesses werden alle magnetischen Bestandteile mittels einer Magnettrommel automatisch in die linke Schublade der Aufbereitungsanlage aussortiert.

Bei Modellen neuerer Bauweise kann der Krematoriumsbetreiber die Anlage technisch so abändern, dass es ihm nicht mehr möglich ist Edelmetallrückstände zu trennen, sodass diese gemeinsam mit der Asche der Urne beigegeben werden.

Im Krematorium Wien wurde diese technische Veränderung von Beginn an vorgenommen, da hier die Philosophie herrscht, dass grundsätzlich alle Verbrennungsrückstände in die Urne gelangen sollen. Boden und Seitenwände der rechten Schublade wurden entfernt, somit gelangen eventuell vorhandene Edelmetallrückstände unmittelbar in die Urne. Zusätzlich sind an der Außenseite der Schublade 2 verschiedene Schlösser angebracht, die ein nachträgliches Anbringen eines Schubladenbodens verhindern. Die Schlüssel werden im Sinne eines 4-Augen-Prinzips verwahrt und das Öffnen dieser Schublade ist nur unter beiderseitiger Anwesenheit der Mitarbeiter möglich.

Nachdem der Mahlprozess ca. 60 Sekunden im Uhrzeigersinn durchgeführt wurde, wird die Drehrichtung des Mahlwerkes geändert. Durch die Änderung der Drehrichtung des Mahlwerkes wird gleichzeitig ein Vibrationsmotor gestartet, welcher die im Trichter verbliebenen Aschenreste, sowie die durch die rechte Schublade durchfallenden Edelmetallrückstände, in die Urne befördert und die Asche in der Urne zusammensacken lässt. Danach ist der Mahlvorgang abgeschlossen und die Urne kann vom Urnenstuhl entfernt werden. Die Aschemühle steht nun für den nächsten Mahlvorgang bereit.